Die 60er Jahre brachten bei den Architekten eine Ermüdung gegenüber den seiner Zeit üblichen im Einsatz befindlichen „Fassadenhäuten“ wie Eternit , Aluminium und auch Putz, und es war eine Wohltat, mit „starkem Material“ wie ausgesuchtem Klinker, schönen Hölzern für Außenverbretterungen und markan-ten, klaren Fensterrahmenprofilen zu arbeiten. Ein wichtiges Detail war die Eckausbildung in Form einer in die Eck-diagonale hineingestellten quadratischen Stahlstütze, die die darüberliegenden Lasten abtrug. Man hätte natürlich auch eine Stahlbetonstütze verwenden können doch konnte mit dem Stahlprofil der Eck-punkt viel leichter ausgebildet werden, so dass rein optisch das Dachelement in die massive Baukörper-Figur sich quasi auf „Luft“ d.h. mit Spielraum hineinsenkte. Weitere Spezifikatiionen des PA Mücke waren der Wechsel von Mauerscheiben, die in Attikaausführung über die Flachdachdecke hinausgeführt wurden und auskragende Flachdachaufkantungen, deren Konstruktionen dann dem Mauerwerk gegenüber in einer anderen Ebene verliefen und die ihrer-seits auch mit leichteren Materialien, meistens Holz, verkleidet waren. Dadurch wurden gewisse Monotonien im Bereich der Flachdachzonen vermieden.
Postamt Muecke

Quelle: aus dem Buch Postbauten (1989)
HOME ZURÜCK WEITER