Postamt Marburg Die Entwicklung des Leca-Blaeton-Leichtbeton gab den Architekten in den 60er und 70er Jahren die Möglichkeit mit einem homogenen Stahlbeton-Wandaufbau Gebaeude auszuführen, aus denen man dann in freier Manier Fensteröffnungen ausschneiden konnte, so wie ein Bildhauer den rohen Materialblock zu einer plastisch gestalteten Figur bearbeitet. So entstand auch in Oberhessen das Marburger Postamt. Die Betonoberfläche wurde verhältnismäßig stark brettstrukturiert, um die Außenfläche zu beleben. Außerdem bot es sich bei den Betonbauten an, in Kontrast zu den grauen Außenwandflächen, zumindest die Fenster, wenn nicht auch einzelne Wandflächen in kräftigen Farbt0enen anzulegen. Farben und Strukturen sind aber nur ein Teil der architektonischen Gestaltung, die Form, die „Silhouette“ waren und sind für die Unverwechselbarkeit eines Gebäudes noch wichtiger. So hat die Dachzone, gerade beim flachen Dach, ihre besondere Bedeutung. Es ist das Streben nach einem „oberen Abschluss“, nach einer Bekrönung des Baukubus, die in Form von Dachaufbauten wie kantinen- und haustechnische Installationen realisiert wurde. Der Begriff der Dachlandschaft im Sinne einer Le Corbusierschen Ausprägung ist im Zusammenhang mit Postbauten allein schon der Funktion wegen nicht treffend. Doch warum sollte man entsprechende Anregungen im Falle des Postamts Marburg in Frage stellen? |
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Quelle: Buch- Postbauten-1989 |
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