Die Botschaft von Buch
Der schweren , drögen Amtsbezeichnung „Posterholungsheim“ macht die Anlage, die sich uns in einer kleinen Parkanlage offenbart, wenig Ehre. Vielmehr sind Heiterkeit und Leichtigkeit die Assoziationen , die wir schon von ferne mit den Bauprinzipien verbinden, von denen sich Bauherr und Architekten haben leiten lassen. Das Leichte zu erstellen ist übrigens, wie wir wissen, eine der kompliziertesten Künste. „Sie ist das Ergebnis höchster Anstrengung“, schreibt der Architekturhistoriker Vittorio Magnago Lampugnani in einem Essay über die schwierige Leichtigkeit. Die neue Identität der Deutschen Post AG – in Ambiente und Anmutung des Managementzentrums, das aus einem betagten Posterholungsheim entstand, muss es sich auf anderer Weise widerspiegeln als auf Briefköpfen oder Bauplänen von Frachtzentren. Die Dynamik der modernen Post, als Marktteilnehmer durchaus im Risiko, finden wir in der architektonischen Gesamtsicht auf das Managmentzentrum ebenso wieder wie in gestalterischen Details. Ein wenig verspielter vielleicht (wie sich das für ein Zentrum gehört, in dem es kreative Anschübe für den Managmentalltag gebe soll) und ein wenig farbenfroher präsentieren sich zum Beispiel Eingangsbereich und Einrichtungen des neuen Managmentzentrums – aber sonst erinnert hier viel an die modern eingerichteten Filialen der Deutschen Post AG, in denen das Prinzip „open service“ gilt und der Kunde für wenige Minuten das Gefühl genießen soll, der Gast des Hauses zu sein.
Quelle: Auszüge aus „Die Botschaft von Buch“ von Dr. Gert Schukies